Geschichte der Kreuzkirche

Kreuzkirche: Eine besondere Gemeinde im Stadtosten

Am 24. November 1962 wurde am östlichen Stadtrand von Regensburg der Grundstein für eine neue evangelische Kirche gelegt: Hier, am Hohen Kreuz, wurde die Kreuzkirche errichtet und ein Jahr später, am ersten Sonntag im Advent, am 1. Dezember 1963, feierlich eingeweiht. Von einem alten gotischen Steinkreuz an der Straubinger Straße leiten sich der Flurname "Am Hohen Kreuz" und die Bezeichnung des Stadtteils ab.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde hier ein Internierungslager errichtet, für das 1946 eine Barackenkirche gebaut wurde. Viele Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten und aus Südost-Europa fanden nach 1948 in dem ehemaligen Gefangenenlager eine vorübergehende Bleibe, in der Barackenkirche wurden regelmäßig katholische, orthodoxe und evangelische Gottesdienste gefeiert. Nachdem die Zahl der evangelischen Christen in Regensburg durch die Ansiedlung vieler Flüchtlinge stark angestiegen war, wurde der Bau neuer Kirchen nötig, so auch "Am Hohen Kreuz".

Die Kreuzkirche mit ihrem Pfarrhaus und Gemeindehaus gehört zwar zur Gemeinde der Neupfarrkirche im Stadtzentrum, die Arbeit hier im Stadtosten ist aber von Anfang an durch die Betreuung von Flüchtlingen, Vertriebenen, Spätaussiedlern und Asylbewerbern geprägt. Auch die Siebenbürger Sachsen fanden in der Kreuzkirche ein Zentrum und bereichern das Gemeindeleben mit ihrem Posaunenchor und Sängerkreis, ihrer Volkstanzgruppe und vor allem mit ihrem Kronenfest, das jährlich im großen Garten des Pfarrhauses gefeiert wird.

Die Kreuzkirche bietet vielen Menschen weit über den Stadtteil hinaus Heimat, die lebendige Gemeinschaft und die regelmäßigen Treffen nach den Gottesdiensten zeugen davon. Die Ökumene hat an der Kreuzkirche eine lange und feste Tradition, die in gemeinsamen Gottesdiensten mit der katholischen Nachbargemeinde und im ökumenischen Gesprächskreis ihren Ausdruck findet.

Architektur und Innenausstattung der Kreuzkirche

Der Grundriss des Kirchenschiffes (Architekt Franz Gürtner, München) bildet ein gleichseitiges Dreieck mit stumpf abgeschnittenen Ecken. Dieses Grundmotiv findet sich in vielen Details der Kirche wieder: in der Form des sechseckigen Taufsteins und der Kanzel, in den Fenstern, in den Emporenverzierungen, sogar in den Türgriffen und den Liedtafeln. Das Schiff ist mit einem Dach in Zeltform überdacht, dessen Spitze 15 Meter über dem Boden liegt. Der Turm ist nach Westen abgesetzt, aber mit dem Schiff durch die Sakristei verbunden. Der kupferbeschlagenen Eingangstür gegenüber befindet sich der Altar aus dunklem Wallenfelser Marmor. In Blickrichtung zum Altar steht links die Kanzel, rechts der Taufstein aus blaugrauem Jura. Der Bodenbelag ist zweifarbig aus Wallenfelser Marmor und Solnhofener Platten Die Holzverschalung der Dachuntersicht ist in Rotpinie ausgeführt. Die Emporenbrüstung aus Sichtbeton ist mit Jurasteinplatten belegt.

Auf die Gestaltung des Altarkreuzes (durch Fritz Heidingsfeld) war besonders Wert gelegt worden: In Glasmosaik eingelegt ist am ein Meter hohen Längsbalken die Gestalt des Gekreuzigten zu sehen, zu seinen Füßen das Fischsymbol. Am 85 Zentimeter langen Quebalken sind die Elemente des Abendmahls, Brot und Wein, durch Ähren und Trauben symbolisiert. Ein farbiges Fenster über dem Altar stellt das himmlische Jerusalem mit seinen Toren dar. Über dem Eingangsportal ist ebenfalls ein Mosaik angebracht, das in Form einer Arche die Kirche symbolisieren soll.

Die Glocken der Kreuzkirche:

  • Christusglocke mit dem Bibelvers Johannes 3, 16 - Ton f ', Gewicht: mehr als eine Tonne.
  • Gebetsglocke mit dem Bibelvers Matthäus 7,7 - Ton as ', Gewicht: fast 600 kg, ertönt morgens, mittags, abends.
  • Taufglocke mit dem Bibelvers Markus 10,14 - Ton b, Gewicht: mehr als 400 kg, ertönt abends und zu den Gottesdiensten.
  • Friedensglocke mt dem Bibelvers 1. Petrus 3,14 - Ton des '', Gewicht: 260 kg, ertönt zu den Gottesdiensten.